Podiumsdiskussion „Nachmittagsbetreuung – Hort – Ganztagsschule:
ist doch alles dasselbe – oder nicht?“

Diskussionsbeitrag von Dr.in Hannah Fischer:

Die Struktur des österreichischen Bildungswesens ist ein Relikt aus vergangenen Jahrzehnten, das den
heutigen gesellschaftlichen Bedingungen nicht mehr entspricht. Ich meine daher die Tatsache, dass der
Kindergarten sowie auch die außerschulische Bildungs- und Erziehungseinrichtung Hort der Verwaltung der
Gemeinden obliegt, während Schule - ebenfalls eine Bildungs- und Erziehungseinrichtung - Angelegenheit
des staatlichen Bildungsressorts ist.

Gefragt ist dabei nicht nach der Organisationsform, die das bestmögliche Wohl der Kinder gewährleistet.
Vielmehr ist eine gesetzliche Regelung maßgeblich, die historisch bedingt ist und nicht zwingend nach dem
Optimum für unsere Kinder strebt.

Diese Erkenntnis verlangt eine Anpassung der Gesetzeslage an die heutige gesellschaftliche Entwicklung –
sprich: Chancengerechtigkeit für alle Kinder in unserem Land – weg von einer bloßen „Betreuung“ in der
schulfreien Zeit hin zu einer qualitativ hochwertigen Erziehungs- und Bildungsarbeit, ob in einer
Ganztagsschule oder in einem Hort. Und das erfordert die Vereinigung aller Bildungs- und
Erziehungseinrichtungen unter einem Dach, d. h. einer Behörde, und daher auch eine gemeinsame
pädagogische Grundausbildung der PädagogInnen mit darauf folgender Spezialisierung jeweils für eine
bestimmte Sparte, je nachdem, ob Kindergarten (basale Bildung), Volksschule (Elementarstufe) oder
Hauptschule/AHS (Sekundarstufe) auf akademischem Niveau